In letzter Zeit war ich hauptsächlich brevetmäßig unterwegs. Allerdings vermisste ich es, mich abends in meinen gemütlichen Schlafsack zu kuscheln und mich morgens von den Vögeln wecken zu lassen. Deshalb plante ich für Pfingsten mal wieder eine kleine Bikepacking-Tour.

Dieses Mal wollte ich Richtung Süden fahren, Höhenmeter sammeln. Von Hamburg aus sollte es westlich an Hannover vorbei bis kurz vor Kassel gehen, dann weiter nach Göttingen. Die Gegend Hannover/Kassel/Göttingen kannte ich noch nicht. Deshalb war ich sehr gespannt. Die Wetterberichte waren recht unterschiedlich. Einer sagte für Samstag Unwetter voraus, der Andere nur etwas Regen. Egal, Überraschungswetter. Ein bisschen Wasser ist ja nicht weiter schlimm.

Samstag früh klappte das mit dem losfahren erst einmal nicht so ganz. Aufgrund einiger Problemchen einigten Andreas und ich uns darauf, dass ich alleine losfahren sollte und er versuchen würde, mich einzuholen. Schließlich wollten wir noch zu einer halbwegs humanen Zeit an der ersten Hütte ankommen und die nächsten beiden Tage keinen zu großen Zeitdruck haben.

Einerseits hätte es schon was Verlockendes gehabt, sich nicht einholen zu lassen. Allerdings war ich an dem Tag viel zu entspannt drauf, um mich zu hetzen und freute mich, bald wieder Gesellschaft zu haben.

Es regnete, aber nicht doll. Alles war grau. Ich startete um 11:30. Andreas startete fast drei Stunden später und begann mit der Aufholjagd. Ich verlor viel Zeit in der Lüneburger Heide, da ich einen für mich unbefahrbaren Weg eingebaut hatte.

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Gegen 16 Uhr hörte der Regen auf. Jacke ausziehen und glücklich ein Foto machen, auf dem man mit etwas Fantasie Sonnenstrahlen erahnen kann.

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Nach 144 km hielt ich an einem Supermarkt, um für uns für die nächsten beiden Tage Verpflegung einzukaufen. Anschließend wartete ich auf ihn. Von nun an ging es zu zweit weiter.

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Hier noch das inzwischen für mich ganz normale um Mitternacht auf Friedhöfen Herumgeschleiche….Wasser gefunden!

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Um 0:30 erreichten wir die „Luxus“ Hütte. Sie war größer als erwartet und wurde wohl (laut Info-Tafel) im 19.Jahrhundert von Wilhelm Busch besucht. Sie befindet sich mitten im Wald und bot uns einen tollen Schutz vor dem anschließenden Dauerregen, der bis zum nächsten Morgen andauerte.

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Am ersten Tag legten wir 214km zurück.
Strava-Link: Tag 1

Nachdem der Regen endlich aufgehört hatte, ging die Tour weiter.

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Bald sahen wir in der Ferne die ersten richtigen Hügel.

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Kurz darauf gab es auch schon die ersten Serpentinen – und einen schönen Ausblick. IMG_20170604_124343513

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Und noch schönere Ausblicke! Inzwischen war das Wetter perfekt.
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Das „Erholen“ nahm ich wortwörtlich und ließ Andreas lange am Gipfel warten.
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Bergab hatte ich dann zwei Durchschläge. Immerhin ist dabei ein schönes Foto entstanden.
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Es gibt hier viele schöne kleine Straßen. Eine wirklich tolle Gegend. Das Hügel Fahren macht dort wirklich Spaß.
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Abends zogen dunkle Wolken auf, am Horizont blitze es oft. Doch die Wolken erwischten uns nicht 🙂

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Nachdem wir uns eine etwa 25% Waldwegsteigung hoch und uns durchs Gebüsch gekämpft hatten, erreichten wir schließlich eine Schutzhütte für die Nacht. Etwa 160 km und 2000 Höhenmeter hatten wir geschafft.
Strava-Link: Tag 2

Am nächsten Morgen ging es früh los. Schließlich wollten wir den Bus von Göttingen zurück nach Hamburg nicht verpassen.

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Durchs frühe Aufstehen hatten wir nun viel Zeit, um uns derartig schöne Burgen angucken zu können.
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Die Route führte uns durch abenteuerliche und malerisch schöne Wege.

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Irgendwann überquerten wir die Weser mit einer niedlichen Fähre. Straßenschäden? Hmm… ja vielleicht 😀

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Hinter dem Ort ging eine Straße mit vielen Serpentinen den Hügel hinauf, nach einer kleinen Abfahrt sogar auf fast 500 m. ü. M.. Leider habe ich dort kein Foto gemacht. Die ganze Straße war bunt bemalt mit Motivationssprüchen und Anfeuerungen. Und das über mehrere Kilometer bis zum Gipfel. Ich war viel zu motiviert, um anhalten zu können. Unter anderem habe ich dort gelernt, dass Qualität von quälen kommt 😉 Eine richtig tolle Straße! IMG_20170605_133120989IMG_20170605_151730

Nachmittags, kurz vor Göttingen, machten wir dann eine Pause am Badesee. Hier konnten wir uns endlich waschen. Das tat gut. In sauberer Kleidung rollten wir nun noch gemütlich nach Göttingen und aßen eine Pizza. An diesem letzten Tag sind wir dann noch 138 km mit 2100 Höhenmetern gefahren. Viele Höhenmeter, besonders für mich als Flachländerin. Müde, aber glücklich, ging es dann mit dem Fernbus zurück nach Hamburg.

Strava-Link: Tag 3

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Diese Tour hat mir sehr viel Spaß gemacht. Bestimmt fahre ich noch einmal zum Rennradfahren in diese Gegend. Ich hoffe, ihr konntet Pfingsten trotz des eher wechselhaften Wetters auch gut nutzen.

Die Packliste von dieser Tour findet ihr übrigens hier.

Viele Grüße
Svenja