Es wird Frühling! Das tolle Wetter wollte ich am Wochenende gut nutzen. Also suchte ich in meiner Touren-to-do-Liste eine nette Runde aus. Dieses Mal sollte es an die Mecklenburger Seenplatte gehen. In dieser Region bin ich noch nie vorher richtig gewesen, hatte aber viel Positives drüber gehört. Von Lübeck aus schien eine Fahrt dort hin und wieder zurück an einem Wochenende machbar.

Also packte ich Freitagabend die Taschen und fuhr Samstagmorgen los. Über viele schöne kleine Straßen ging es durch Mecklenburg. Die Route war echt schön, kaum Autos. Der Straßenbelag war nicht immer ideal, aber dafür hatten wir dort meist unsere Ruhe. Auch ein paar Sandpisten waren in den Route eingebaut. Diese fuhren sich mal mehr und mal weniger gut.

Irgendwann (so nach etwa 200km) erreichten wir dann die Seen.

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Da ich eine auf komoot blöd aussehende Straße mit Radweg umfahren wollte, baute ich einen etwas längeren unbefestigten Weg ein. Im Nachhinein war dies vielleicht nicht die schlauste Idee.

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Strandfeeling pur! Fährt sich aber nicht so toll mit 28mm Reifen! Der Weg wurde leider erst einmal nicht wirklich besser. Hier wäre ein Fatbike angebracht gewesen.

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Somit machten wir einen schönen Abendspaziergang durch den Sand. Irgendwann wurde der Weg dann aber wieder etwas besser:

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Hier hat das Fahren echt Spaß gemacht. Es war ein sehr abenteuerlicher Weg. Zwar habe ich mir einen Crosser gewünscht, doch konnte ich es tatsächlich auch mit 28 mm Reifen und schlechter Fahrtechnik fahren.

Dieser Weg führte uns auf eine unheimliche Schwimmbrücke. Eindeutig Abenteuer!

Anschließend fuhren wir an der Mauer eines stillgelegten Atomkraftwerkes entlang –Beleuchtung inklusive.

IMG_20170408_213805Einige Crosseinlagen später erreichten wir schließlich den Peetschsee. Nachdem wir 233 km zurück gelegt hatten, davon auch einiges gewandert, schlugen wir nun an einem wunderschönen Platz unser Nachtlager auf. Da die Regenwahrscheinlichkeit bei fast Null Prozent lag, verzichteten wir auf ein Dach.

Strava-Link: Tag 1

Das extrem laute Gezwitscher der Vögel weckte uns am nächsten Morgen. Noch einmal umgedreht und dann bei strahlendem Sonnenschein aufgewacht.

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Es ist wirklich schön mitten in der Natur aufzuwachen. Dies führt leider auch dazu, dass es eine große Überwindung kostet, aufzustehen. Irgendwann haben wir es aber dann tatsächlich geschafft.

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Nach einem Frühstück, das aus Lidl-Apfeltaschen und einer großen Packung Cashewkernen bestand, ging es weiter durch die Seenplatte.

Wieder viel Cross. Aber man konnte alles ganz gut fahren. Landschaftlich wirklich schön, bei dem tollen Wetter natürlich noch umso schöner.

Da eine Straße gesperrt (komplett vernichtet) war, mussten wir etwas umplanen. Wir verirrten uns so sehr, dass wir kurz vorm Nordpol landeten: IMG_20170409_173723576

Anschließend fuhren wir wieder einen sehr abenteuerlichen, eindeutig nicht für Rennräder ausgelegten Weg. Aber das hat irgendwie Spaß gemacht.

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Langsam ging die Sonne unter und wir hatten noch viele Kilometer vor uns. Irgendwie waren wir nicht besonders schnell voran gekommen.

Meine Route führte uns dann auch noch durch ein unbefahrbares Stück Wald, was wir umfahren wollten. Allerdings landeten wir dabei auf einen sehr schicken Wanderweg. Hier war nun wirklich nicht mehr ans Radfahren zu denken und somit taten wir das, wofür der Weg gedacht war: Wir wanderten

Räder schultern und diese über laubbedeckte Treppen tragen. Erstaunlich hügelig, hier kam Mittelgebirgsklima auf. Und schon wieder hatten wir eine abenteuerliche nächtliche Brücke.

Ach und von wegen Mecklenburg ist flach, hier gibt es tatsächlich auch schöne Hügel. Der wirkte sogar steiler als 12%.

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40 km vor Lübeck hatte ich dann noch einen Platten. Wenn man eigentlich nur noch nach Hause will…

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Nach etwa 270 km erreichten wir schließlich ziemlich müde Lübeck.

Strava-Link: Tag 2

Dies war eine landschaftlich echt tolle Tour. In sportlicher Hinsicht war es durchaus eine Herausforderung, an einem Wochenende einfach mal 500 km zu fahren. Dies gelang uns aber eigentlich sehr gut. Ohne die vielen Crosseinlagen wären durchaus noch mehr  Kilometer möglich gewesen. Aber grade diese Strecken haben das besondere an der Tour ausgemacht und ich bin froh, sie alle gefahren oder gewandert zu sein. Es braucht nicht immer einen langen Urlaub, um eine tolle Tour zu unternehmen. Manchmal reicht auch ein ganz normales Wochenende. Schnappt euch einfach euren Schlafsack und erkundet die Gegend. Es müssen ja nicht gleich 500 km sein 😉

Liebe Grüße
Svenja