Wochenende – und der Wetterbericht war endlich mal wieder positiv: sensationellen 14 Grad Höchsttemperatur und von nachts etwa 5 Grad Celsius, Regen nur in der Nacht von Samstag auf Sonntag. Das hört sich doch bestens an. Also erstellte ich mit komoot eine schöne Runde. Ich wollte gerne mal wieder die Nordsee sehen, sodass ich Cuxhaven als Ziel wählte. Von Hamburg aus ist diese Stadt auch gar nicht weit weg. Außerdem hatte ich den Wunsch, in diesem Jahr das erste Mal wieder draußen in der Natur schlafen. Auf komoot waren einige überdachte Aussichtstürme eingetragen, die so aussahen, als wären sie ein perfekter Ort dafür. Übrigens hatte ich dieses Mal sogar einen Mitfahrer.

Nachdem wir ausgeschlafen und uns durch (pack-)technische Problemchen gekämpft hatten, war es schon recht spät. Aber egal, sind ja „nur“ 200 km zum ersten Turm. Dann quälten wir uns durch Hamburg, wo man durchaus auch für 10 km mal eine Stunde brauchen kann. Danach ging es immer weiter am Deich entlang – Deich, Deich und noch mehr Deich. Es ist  interessant, was die Leute in dieser Gegend alles für einen benutzungspflichtigen Radweg halten. Ganz häufig waren am Straßenrand ein Meter breite Schlaglochpisten, beidseitig benutzungspflichtig. (Die Straße daneben natürlich im Top Zustand.) Aber dank des guten Wetters ließen wir uns den Spaß nicht verderben. IMG_5194IMG_5182

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Im Landesinneren waren dann kaum noch Autos unterwegs und die total sinnlosen Radwegschilder wurden ignoriert. Hier gibt es tatsächlich ganz schöne Straßen, allerdings alle etwas flach. (Man beachte das Strava Höhenprofil.) Im Ort Osten machten wir Bekanntschaft mit ein paar älteren freundlichen Leuten, die selbst in ihrer Jugend Radreisen gemacht hatten. Hier wurden wir zum Mittrinken eingeladen. Keine gute Idee, wenn man noch über 100 km zu fahren hat, sodass wir ablehnten. Allerdings wurden uns noch zwei kleine Likörflaschen mitgegeben. Sehr freundlich! Mit einem ein paar Gramm schwereren Gepäck ging es nun weiter in den Sonnenuntergang.

Als wir dann an der Nordsee waren, war es schon dunkel. Aus dem Plan, die Nordsee mal wieder zu sehen, wurde also nichts. Dafür habe ich sehr viele Deiche gesehen 😀 In Cuxhaven füllten wir unsere Essensvorräte wieder auf und aßen einen leckeren Döner. Gestärkt ging es nun die Nordsee entlang, von der man leider so gar nichts sah. Ebbe? Flut? Keine Ahnung. Aber man kann dort ganz nett entlang fahren.

Nach einigen Crosseinlagen erreichten wir schließlich gegen Mitternacht die ersten Aussichtstürme und schlugen unser Nachtlager auf. Irgendwo im Nirgendwo! Knapp über 200 km hatten wir zurück gelegt.

Strava-Link: Tag 1

Nachts wurde aus der Windstille etwas mehr Wind und der Regen wehte ein wenig durch den Turm. Gut, dass wir wasserdichte Biwaksäcke dabei hatten.

Am Morgen konnten wir dann auch den Ausblick genießen.

Und Crosseinlage wieder zurück! Der andere Turm wäre etwas windgeschützter gewesen.

 

 

Über viele schöne kleine Straßen ging es nun zurück Richtung Hamburg. Am Ende nahmen wir noch die Fähre und die U-Bahn, um uns nicht noch einmal quer durch Hamburg zu quälen. Fast 120 km am zweiten Tag!

Strava-Link: Tag 2

Insgesamt war dies eine schöne Wochenendtour! Nur die Höhenmeter haben mir ein wenig gefehlt. Das Wetter wird wieder outdoorfreundlicher und der Frühling kommt! Ich hoffe, ihr nutzt ihn auch alle ganz gut.

Liebe Grüße
Svenja